Erhalt und Verjüngung alter Bäume

Unsere Leistungen

Erhalt und Verjüngung alter Bäume


Warum soll man einen alten Baum denn noch „verjüngen“? Ist es nicht besser ihn in Frieden altern zu lassen, so wie die Natur es gewollt hat?

Diese und ähnliche Fragen bekomme ich oft gestellt, wenn ich in alten Baumveteranen kletternd unterwegs bin. Man denkt dabei vielleicht an alte und knorrige Baumriesen mit verwegen wachsenden Ästen wie sie zum Beispiel an der Sababurg im Reinhardswald zu bestaunen sind. Dort gibt es fünfhundertjährige Buchen, die mit ihren bemoosten Borken und dem toten Holz einen malerischen Eindruck erwecken und einen Zauberwald schaffen. Es entsteht die Vorstellung von einer „urwüchsigen Natur“. Vergessen wird dabei, daß die bestaunten „Naturwunder“ in den ersten Jahrhunderten ihres Lebens in regelmäßigen Abständen „geschnaitelt“, also geschnitten wurden, um Laub als Futter für die Tiere zu gewinnen. Erst als die Bäume im 19. Jahrhundert nicht mehr geschnitten wurden entstand die urwüchsige Naturlandschaft auf der Grundlage einer jahrhundertealten menschlichen Kultur.


Die beeindruckendsten Bäume unserer Heimat stehen dort, wo der Mensch am allermeisten gearbeitet hat: Es sind fünfhundertjährige Huteeichen auf den Allmendeflächen der Dörfer, hohle Dorf- und Kirchhofslinden, oft heute noch Treffpunkt für Jung und Alt, knorrige Wachholder auf alten Schafhutungen und in den Hausgärten riesige Kirschbäume mit Stämmen so dick, dass ein Erwachsener und ein Kind sie gerade noch umfassen können...


Der Mensch hat sich seit jeher zum Ziel gesetzt, Bäume alt und erhaben werden zu lassen. Der heilige Hain der Kelten und Germanen ist ein mit einer Hecke umhegter Garten in dem der Mensch am Sitz der Götter arbeitet und diese dort zugleich verehrt. Der biblische Schöpfungsauftrag „macht euch die Erde untertan!“ erscheint unter diesem Blickwinkel als eine kaum zu bewältigende Aufgabe: Wir stehen plötzlich als Könige den Naturreichen gegenüber und wir sind diejenigen die über Wohl und Wehe, über Gegenwart und Zukunft entscheiden sollen. Ganz gleich ob wir Tiere halten, Pflanzen züchten oder einen Garten pflegen, wir haben immer noch mehr Verpflichtungen als Freiheiten.


Auf dem Dorfplatz bei der Kirche in Himmelsberg(!) bei Kirchhain(!) steht die älteste Linde unserer Gegend. Es ist gleichzeitig einer der am stärksten bearbeiteten Bäume, den man sich denken kann. Vor etwa 800 Jahren wurde dort ein junger Baum so gepflegt, daß man auf einem waagrecht erzogenen Astrondell in 3 Meter Höhe schon 80 bis 100 Jahre später zu Festzeiten einen Bretterboden auslegen konnte. Dort oben spielte dann eine Musikkapelle den feiernden Menschen unter dem Baum zum Tanz auf.


Unser Betrieb hat es sich zur Aufgabe gesetzt, Bäume über ihr biologisches Alter hinauszuführen. Wir nutzen dazu alte und neue Erkenntnisse über Wachstum und Wesen der Bäume.


Meist ist es notwendig alte Bäume von den Dingen zu befreien, die sie am meisten belasten: Tote und kranke Äste, herunterhängende Äste, Scheueräste, Moos, Algen und Flechten sowie Fremdbewuchs auf der Borke. Wichtig ist auch, Fehlentwicklungen in der Kronenstruktur zu beseitigen, um das Ausbrechen oder Absterben von Ästen und Kronenteilen zu verhindern.